Mittwoch, 8. August 2012

die Tage sind gezaehlt.

Heute bin ich zum letzten mal in Haidom. Am Samstag feiern wir auf der Arbeit Abschied, am Montag zu Hause. Am Mittwoch Morgen steige ich in den Bus nach Singida und 24 Stunden spaeter in den nach Dar es Salaam- und am Sonntag Nachmittag bin ich wieder in Deutschland. Zwoelf Monate koennen so unfassbar schnell vergehen. Die letzten drei Monate blieb gar keine Zeit mehr zum Atem holen- jedes Wochenende eine Reise nach Mwanza, Arusha, Dareda, Sansibar; Freunde besuchen, Reis ernten, neue Freunde finden, Malen lernen, Freunde verabschieden. Und immer vergingen die Tage viel zu schnell, waren nie genug, und trotzdem war es immer wieder schoen, nach Hause zu kommen, nach Mwanga. Ein Jahr habe ich darauf gewartet, dass es langweilig wird im Dorf. Aber einer Geschichte folgt die naechste- ein ungenutztes Feld wurde einer Nachbarin geklaut und in unzaehligen dorfinternen Treffen zurueckgefordert, meine Gastschwester hat ein Kind bekommen, ein Jugendlicher wurde verhaftet, weil er mit einer Schuelerin geschlafen hatte. Und zwischen alldem der ganz normale Alltag in der Arbeit und bei den Nachbarn, mit indischen Filmabenden an Jonas Computer, Familienpicknick unter dem grossen Baum am Brunnen, selbstgemachten Erdnussriegeln und unzaehligen grundlosen Besuchen einmal quer durchs Dorf. Die Abschiedsgeschenke sind gekauft, die Feiervorbereitungen laufen. Und es ist unvorstellbar, dass ich das alles in eineinhalb Wochen 10.000km hinter mir lassen werde- wenn auch auf keinen Fall fuer immer. Das ist der einzige troestende Gedanke daran; egal, wann ich wiederkomme, man wird sich noch aneinander erinnern, und das "Karibu" wird genauso herzlich sein wie heute. Hier endet der letzte Eintrag, ins Internet komme ich nicht mehr. Vieles blieb unerzaehlt, aber man braucht ja auch noch Geschichten fuer die Treffen danach... wir sehen uns in Deutschland.

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