Donnerstag, 22. September 2011
Singida
Nur kurz: sind gut in Singida angekommen, fahren morgen oder übermorgen nach Mwanga und Bilder vom Kenia-Workcamp gibt es >hier< . Ab jetzt also erstmal kein Internet mehr, dafür später umso ausführlichere Berichte. :)
Mittwoch, 21. September 2011
Erste Gruesse aus Arusha (oder: Ninajifunza kiswahili...)
Seit ein paar Tagen bin ich also in Tansania.
Das Workcamp war wirklich super. An unserer Arbeit hatte sich im Grunde nicht mehr viel geaendert, ein paar waren noch ein paar Tage in der Primary, andere puhlten Mais. Father William hat gesagt, dass sie nicht damit gerechnet hatten, dass die Arbeit so schnell ausgehen wuerde. Die Felder, die wir in zwei Tagen schafften, wuerden sonst eine Woche dauern. Nicht, dass wir so viel gearbeitet haetten, aber unsere Anwesenheit hat wohl so viele motiviert, auf dem Feld zu helfen. Aber noch interessanter war ja die Zeit dazwischen. In der letzten Woche hatten wir mehr mit dem Youth Club der Kirche zu tun und hatten regelmaessig ein volles Haus an den Abenden, unsere Abschiedsfeier (inklusive selbst geschlachtetem Hahn, und selbst geschlachtet heisst in dem Fall selbst gekauft und vom Nachbarn geschlachtet) war ein Erfolg und obwohl der Abschied schwer war, freut man sich schon auf die naechste deutsche Gruppe.
Die letzte Woche waren wir also in Kenia unterwegs. Von einem Ort zum anderen zu kommen sieht erstmal mit den vielen Busverbindungen leichter aus, als es ist. In Kakamega erwischten wir in der Flut von Angeboten einen Nachtbus und kamen erst um Mitternacht in Nakuru an, der Bus von Mombasa nach Nairobi hatte waehrend der Fahrt einen Motorschaden, drei Stunden spaeter sassen wir in einem anderen Bus und fuhren weiter. Aber letztlich funktioniert es eben doch immer irgendwie. Und unser Touristenprogramm schafften wir auch: Giraffen und Antilopenherden in der Savanne am Lake Nakuru, weisser Traumstrand mit Seesternen und Kugelfischen in der Ebbe in Mombasa, Gemwuerzmarkt, Meer von Stoffen, und im letzten Hotel in Nairobi eine herrliche Aussicht direkt auf die River Road.
Freitag Abend flog die Gruppe zurueck, ich schlief noch eine Nacht in Nairobi und fuhr am naechsten Morgen mit dem Bus (Kampala Coach) nach Arusha. Touristenvisum gab es unkompliziert an der Grenze. Ganz theatralisch ging gerade ein Sandsturm los, als wir tansanischen Boden befuhren, und auf einmal sah alles ganz anders aus... In Arusha wurde ich von Peter abgeholt, der seit paar Jahren mit den Workcamps in Mwanga zu tun hat.
Und seither bin ich hier und habe nicht viel zu tun. Ausser: Swahili lernen. Den Sprachschock gab es am zweiten Tag, als ich nichtmal faehig war, in einem Cafe etwas zu trinken zu bestellen. Gestern kam Richard an, unser Mentor, und ich erfuhr, in welche Familie ich komme: zu Emily, einer Schwester der Gesundheitsstation, in der ich arbeiten werde, drei Minuten entfernt von ebendieser. Richard gibt mir einen Monat, um die Sprache zu lernen. Ein ehrgeiziges Ziel, fuers erste.
In einer halben Stunde fahren wir zum Flughafen, die anderen Tansania-Freiwilligen abholen. Morgen geht es dann nach Singida und uebermorgen nach Mwanga. Und dann geht es richtig los.
Beste Gruesse!
Das Workcamp war wirklich super. An unserer Arbeit hatte sich im Grunde nicht mehr viel geaendert, ein paar waren noch ein paar Tage in der Primary, andere puhlten Mais. Father William hat gesagt, dass sie nicht damit gerechnet hatten, dass die Arbeit so schnell ausgehen wuerde. Die Felder, die wir in zwei Tagen schafften, wuerden sonst eine Woche dauern. Nicht, dass wir so viel gearbeitet haetten, aber unsere Anwesenheit hat wohl so viele motiviert, auf dem Feld zu helfen. Aber noch interessanter war ja die Zeit dazwischen. In der letzten Woche hatten wir mehr mit dem Youth Club der Kirche zu tun und hatten regelmaessig ein volles Haus an den Abenden, unsere Abschiedsfeier (inklusive selbst geschlachtetem Hahn, und selbst geschlachtet heisst in dem Fall selbst gekauft und vom Nachbarn geschlachtet) war ein Erfolg und obwohl der Abschied schwer war, freut man sich schon auf die naechste deutsche Gruppe.
Die letzte Woche waren wir also in Kenia unterwegs. Von einem Ort zum anderen zu kommen sieht erstmal mit den vielen Busverbindungen leichter aus, als es ist. In Kakamega erwischten wir in der Flut von Angeboten einen Nachtbus und kamen erst um Mitternacht in Nakuru an, der Bus von Mombasa nach Nairobi hatte waehrend der Fahrt einen Motorschaden, drei Stunden spaeter sassen wir in einem anderen Bus und fuhren weiter. Aber letztlich funktioniert es eben doch immer irgendwie. Und unser Touristenprogramm schafften wir auch: Giraffen und Antilopenherden in der Savanne am Lake Nakuru, weisser Traumstrand mit Seesternen und Kugelfischen in der Ebbe in Mombasa, Gemwuerzmarkt, Meer von Stoffen, und im letzten Hotel in Nairobi eine herrliche Aussicht direkt auf die River Road.
Freitag Abend flog die Gruppe zurueck, ich schlief noch eine Nacht in Nairobi und fuhr am naechsten Morgen mit dem Bus (Kampala Coach) nach Arusha. Touristenvisum gab es unkompliziert an der Grenze. Ganz theatralisch ging gerade ein Sandsturm los, als wir tansanischen Boden befuhren, und auf einmal sah alles ganz anders aus... In Arusha wurde ich von Peter abgeholt, der seit paar Jahren mit den Workcamps in Mwanga zu tun hat.
Und seither bin ich hier und habe nicht viel zu tun. Ausser: Swahili lernen. Den Sprachschock gab es am zweiten Tag, als ich nichtmal faehig war, in einem Cafe etwas zu trinken zu bestellen. Gestern kam Richard an, unser Mentor, und ich erfuhr, in welche Familie ich komme: zu Emily, einer Schwester der Gesundheitsstation, in der ich arbeiten werde, drei Minuten entfernt von ebendieser. Richard gibt mir einen Monat, um die Sprache zu lernen. Ein ehrgeiziges Ziel, fuers erste.
In einer halben Stunde fahren wir zum Flughafen, die anderen Tansania-Freiwilligen abholen. Morgen geht es dann nach Singida und uebermorgen nach Mwanga. Und dann geht es richtig los.
Beste Gruesse!
Montag, 5. September 2011
Workcamp-Halbzeit
Seit zwei Wochen sind wir also in Kenia.
Nach neun Stunden Flug mit Umstieg in Aethiopien- Visum hatte ich schon in Deutschland per Post beantragt und bekommen-, einem etwas unorganisierten Start in Nairobi, acht Stunden Busfahrt am naechsten Tag nach Kisumu und weiteren zwei Stunden Autofahrt nach Mukomari kamen wir an unserem Zielort an.
Die Begruessung der Pfarrer war herzlich. Auch wenn es schon beim Essen die ersten Schwierigkeiten gab, da man Vegetarirer aus ethischen Gruenden hier nicht kennt und Ugali fuer die meisten doch eher gewoehnungsbeduerftig war.. die erste Nacht schliefen wir jedenfalls im Haus der Pfarrer, am naechsten Tag zogen wir um in unser eigenes Haus, in dem wir seither wohnen, kochen und schlafen.
Es ist unglaublich, wie sehr sich alle ueber unser Kommen freuen. Seit wir ankamen, wurde uns geholfen, wo es ging. Und wurde beigebracht, wie man mit dem Kohlpott kocht, wo man in der Gegend einkaufen kann und was die Sachen kosten, wie man mit oeffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt kommt, wie man ordentlich Boden wischt und vieles mehr. Besonders erwaeht seien: unsere wunderbare Nachbarin Beris, die uns immer wieder mit der Kohle hilft oder Wasser bringt, obwohl wir immer wieder sagen, dass wir es selbst holen. Virginia, Jessica und Elisa, die vom ersten Tag an unsere Freude wurden, am meisten geholfen haben und uns an den verregneten Nachmittagen Gesellschaft beim Uno oder Pantomime spielen Gesellschaft leisten. Und Emilie, die mich eingeladen hat, als es bei einem Spaziergang anfing zu schuetten und ich zufaellig neben ihrem Haus stand, dank der ich die halbe Nachbarschaft kennengelernt habe und der wir die Avocadocreme von heute Abend zu verdanken haben werden.
Die Arbeit hier bestand bisher vor allem aus der Maisernte. Wir kamen gerade richtig zur Ernte der zwei Gemeindefelder. Diese gehoeren der Gemeinde, der Mais geht an die Pfarrer und ueber diese auch an die Gemeinde bzw. an Beduerftige, wie ich es verstanden habe, und geholfen haben Gemeindemitglieder, Schwestern, Lehrer und ganze Schulklassen. Da Ugali, eine Masse aus Wasser und Maisbrei, hier Hauptnahrungsmittel ist, werden die meisten Maiskolben zu Maismehl verarbeitet. Das bedeutet, dass die Koerner eines jeden Maiskolbens per Hand abgepuhlt werden muessen. Wenn wir darum, wie heute, mal keine Arbeit finden, wissen wir, was wir machen koennen.
Daneben haben wir uns an ein paar Tagen aufgeteilt und die Primary und Secondary School besucht. Waehrend wir in der Secondary eigentlich nichts zu tun hatten, weil wir bei Abiniveau natuerlich schlecht unterrichten koennen, wurden wir in der Primary gleich in Klassen gesteckt.
Ich hatte gesagt, ich wuerde gerne Erdkunde unterrichten. Weil wir ja nicht lange hier sind, dachte ich, eine Stunde etwas ueber Europa erzaehlen zu koennen. Vor der Klasse merkte ich ziemlich schnell, dass der Plan nicht aufging. Niemand wollte Fragen beantworten, ob aus Schuechternheit oder weil sie die Antwort nicht wussten weiss ich nicht, darum wurde der Unterricht zu einer Fragerunde ueber Deutschland und Europa und mich. Und es gab tausend Fragen: Was wir in anbauen und essen, welche Tiere es in Deutschland gibt, wie meine Eltern heissen, welche Seife wir benutzen, welche Haeuser wir haben, ob wir Flugzeuge und Autos haben, welches Klima wir haben, welche Fluesse es gibt, wie viele Aerzte wir haben, wie lange wir zur Schule gehen, ob man abtreiben darf, ob Jungen bei uns beschnitten werden (von einem vielleicht Zwoelfjaehrigen, wohlgemerkt). Zum Schluss wollte die Klasse, dass ich ein Lied singe. Naja, ich habs getan. Damit gab es zum Ende wenigstens noch etwas zu lachen. :)
Mukomari ist eine katholische Gemeinde, das heisst fuer uns, dass wir jeden Sonntag (und machnmal auch unter der Woche) in den Gottesdienst gehen. In der ersten Woche haben wir uns aufgeteilt, ich bin mit dreien aus der Gruppe mit Father William in eine Kirche ein Stueck entfernt gefahren, die anderen blieben in der "Hauptkirche" St. Phillips. Letzten Sonntag waren wir alle zusammen in der St. Phillips. Obwohl man uns eigentlich schon kennt, haben wir uns noch einmal offiziell vor der ganzen Gemeinde vorgestellt. Es wurde gescherzt, wer von den anwesenden Maennern eine von uns heiraten will, wer bereit ist, zwoelf Kuehe als Brautpreis zu zahlen und diese an die Familien in Deutschland zu schicken... ja, und zum Abschluss wurde wieder gesungen. Hinterher kamen noch ein paar Leute vor, um sich bei uns zu bedanken. Dafuer, dass wir hier sind. Wir sind das erste Workcamp in Mukomari und ich haette nie gedacht, dass man sich so sehr ueber uns freuen wuerde.
Es ist hart, daran zu denken, dass wir schon am Freitag wieder wegfahren. Drei Wochen sind im Grunde viel zu kurz, und es wird schwer sein, den Kontakt zu halten. Dann beginnt unsere Reisewoche. Verreist sind wir bisher nur das letzte Wochenende fuer eine Nacht, die anderen waren am Victoria Lake und ich im Kakamega Rainforest Zelten. Vielleicht kann ich beim naechsten mal ein paar Fotos hochladen.
Bis bald!
Nach neun Stunden Flug mit Umstieg in Aethiopien- Visum hatte ich schon in Deutschland per Post beantragt und bekommen-, einem etwas unorganisierten Start in Nairobi, acht Stunden Busfahrt am naechsten Tag nach Kisumu und weiteren zwei Stunden Autofahrt nach Mukomari kamen wir an unserem Zielort an.
Die Begruessung der Pfarrer war herzlich. Auch wenn es schon beim Essen die ersten Schwierigkeiten gab, da man Vegetarirer aus ethischen Gruenden hier nicht kennt und Ugali fuer die meisten doch eher gewoehnungsbeduerftig war.. die erste Nacht schliefen wir jedenfalls im Haus der Pfarrer, am naechsten Tag zogen wir um in unser eigenes Haus, in dem wir seither wohnen, kochen und schlafen.
Es ist unglaublich, wie sehr sich alle ueber unser Kommen freuen. Seit wir ankamen, wurde uns geholfen, wo es ging. Und wurde beigebracht, wie man mit dem Kohlpott kocht, wo man in der Gegend einkaufen kann und was die Sachen kosten, wie man mit oeffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt kommt, wie man ordentlich Boden wischt und vieles mehr. Besonders erwaeht seien: unsere wunderbare Nachbarin Beris, die uns immer wieder mit der Kohle hilft oder Wasser bringt, obwohl wir immer wieder sagen, dass wir es selbst holen. Virginia, Jessica und Elisa, die vom ersten Tag an unsere Freude wurden, am meisten geholfen haben und uns an den verregneten Nachmittagen Gesellschaft beim Uno oder Pantomime spielen Gesellschaft leisten. Und Emilie, die mich eingeladen hat, als es bei einem Spaziergang anfing zu schuetten und ich zufaellig neben ihrem Haus stand, dank der ich die halbe Nachbarschaft kennengelernt habe und der wir die Avocadocreme von heute Abend zu verdanken haben werden.
Die Arbeit hier bestand bisher vor allem aus der Maisernte. Wir kamen gerade richtig zur Ernte der zwei Gemeindefelder. Diese gehoeren der Gemeinde, der Mais geht an die Pfarrer und ueber diese auch an die Gemeinde bzw. an Beduerftige, wie ich es verstanden habe, und geholfen haben Gemeindemitglieder, Schwestern, Lehrer und ganze Schulklassen. Da Ugali, eine Masse aus Wasser und Maisbrei, hier Hauptnahrungsmittel ist, werden die meisten Maiskolben zu Maismehl verarbeitet. Das bedeutet, dass die Koerner eines jeden Maiskolbens per Hand abgepuhlt werden muessen. Wenn wir darum, wie heute, mal keine Arbeit finden, wissen wir, was wir machen koennen.
Daneben haben wir uns an ein paar Tagen aufgeteilt und die Primary und Secondary School besucht. Waehrend wir in der Secondary eigentlich nichts zu tun hatten, weil wir bei Abiniveau natuerlich schlecht unterrichten koennen, wurden wir in der Primary gleich in Klassen gesteckt.
Ich hatte gesagt, ich wuerde gerne Erdkunde unterrichten. Weil wir ja nicht lange hier sind, dachte ich, eine Stunde etwas ueber Europa erzaehlen zu koennen. Vor der Klasse merkte ich ziemlich schnell, dass der Plan nicht aufging. Niemand wollte Fragen beantworten, ob aus Schuechternheit oder weil sie die Antwort nicht wussten weiss ich nicht, darum wurde der Unterricht zu einer Fragerunde ueber Deutschland und Europa und mich. Und es gab tausend Fragen: Was wir in anbauen und essen, welche Tiere es in Deutschland gibt, wie meine Eltern heissen, welche Seife wir benutzen, welche Haeuser wir haben, ob wir Flugzeuge und Autos haben, welches Klima wir haben, welche Fluesse es gibt, wie viele Aerzte wir haben, wie lange wir zur Schule gehen, ob man abtreiben darf, ob Jungen bei uns beschnitten werden (von einem vielleicht Zwoelfjaehrigen, wohlgemerkt). Zum Schluss wollte die Klasse, dass ich ein Lied singe. Naja, ich habs getan. Damit gab es zum Ende wenigstens noch etwas zu lachen. :)
Mukomari ist eine katholische Gemeinde, das heisst fuer uns, dass wir jeden Sonntag (und machnmal auch unter der Woche) in den Gottesdienst gehen. In der ersten Woche haben wir uns aufgeteilt, ich bin mit dreien aus der Gruppe mit Father William in eine Kirche ein Stueck entfernt gefahren, die anderen blieben in der "Hauptkirche" St. Phillips. Letzten Sonntag waren wir alle zusammen in der St. Phillips. Obwohl man uns eigentlich schon kennt, haben wir uns noch einmal offiziell vor der ganzen Gemeinde vorgestellt. Es wurde gescherzt, wer von den anwesenden Maennern eine von uns heiraten will, wer bereit ist, zwoelf Kuehe als Brautpreis zu zahlen und diese an die Familien in Deutschland zu schicken... ja, und zum Abschluss wurde wieder gesungen. Hinterher kamen noch ein paar Leute vor, um sich bei uns zu bedanken. Dafuer, dass wir hier sind. Wir sind das erste Workcamp in Mukomari und ich haette nie gedacht, dass man sich so sehr ueber uns freuen wuerde.
Es ist hart, daran zu denken, dass wir schon am Freitag wieder wegfahren. Drei Wochen sind im Grunde viel zu kurz, und es wird schwer sein, den Kontakt zu halten. Dann beginnt unsere Reisewoche. Verreist sind wir bisher nur das letzte Wochenende fuer eine Nacht, die anderen waren am Victoria Lake und ich im Kakamega Rainforest Zelten. Vielleicht kann ich beim naechsten mal ein paar Fotos hochladen.
Bis bald!
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